Eine Standard-Metallhalogenidlampe mit 1000 W liefert direkt nach dem Zünden etwa 90.000 bis 115.000 Lumen. Doch was die Datenblätter verschweigen: Dieser Wert sinkt rapide. Innerhalb der ersten 100 Betriebsstunden verliert die Lampe etwa 15–20 % ihrer Nennlebensdauer. Bei 40 % der Nennlebensdauer (ca. 8.000 Stunden für die meisten Sonden) liegen die Lumen nur noch bei 60.000–70.000. Das entspricht einem Lichtstromverlust von über 40 %, noch bevor die Lampe ausfällt. Auch der Vorschaltgerätetyp spielt eine Rolle: Magnetzünder mit Sondenzündung liefern im unteren Bereich (90.000–100.000 Lumen), während Impulszünder und elektronische Vorschaltgeräte eher 110.000–115.000 Lumen erreichen. Doch diese Anfangswerte sind Marketing-Gold wert. Wie sieht es in der Praxis aus? Ganz anders.
Vergleicht man das mit der tatsächlichen Lichtleistung einer 1000-Watt-Metallhalogenlampe im Laufe der Zeit, wird schnell klar, warum sie in Betrieben ausgemustert werden. Die Angabe von „100.000 Lumen“ setzt eine brandneue Lampe, einen sauberen Reflektor und die korrekte Spannung voraus. Nach sechs Monaten täglicher 12-Stunden-Benutzung sind es vielleicht noch 75.000 Lumen. Im zweiten Jahr tauscht man die Lampen nicht mehr aus, weil sie defekt sind, sondern weil man kaum noch etwas sieht. Zum Vergleich: Eine gute 400-Watt-LED-Hallenleuchte erreicht oder übertrifft die Lichtleistung einer abgenutzten Metallhalogenlampe bei 60 % weniger Stromverbrauch. Fragt also jemand nach der Lumenanzahl, lautet die wahre Antwort: Am ersten Tag blendet sie, danach folgt eine langsame, enttäuschende Entwicklung.