Die L70-Lebensdauer ist ein gängiger Standard in der Beleuchtungsindustrie zur Messung der Lebensdauer von LED-Lichtquellen oder -Leuchten. Sie ist definiert als die Anzahl der Betriebsstunden, die benötigt werden, bis der Lichtstrom einer LED-Leuchte unter bestimmten Betriebsbedingungen auf 70 % ihres Anfangswertes abfällt. Beispielsweise bedeutet die Angabe „L70 ≥ 50.000 Stunden“ bei einer LED-Stadionleuchte, dass die Lichtleistung unter normalen Nutzungsbedingungen nach 50.000 Stunden noch mindestens 70 % ihrer anfänglichen Helligkeit beträgt. Warum werden 70 % als Schwellenwert gewählt? Weil das menschliche Auge Helligkeitsveränderungen nicht sehr empfindlich wahrnimmt; die meisten Nutzer bemerken eine Helligkeitsabnahme erst deutlich, wenn die Helligkeit auf 70 % sinkt.
Stadionbeleuchtung erfordert hohe Beleuchtungsstärke und Gleichmäßigkeit, daher wird eine Lebensdauer von mindestens 50.000 Stunden (L70) gefordert; Organisationen wie die FIFA schreiben sogar noch längere Lebensdauern von oft über 60.000 Stunden vor. Es ist wichtig zu beachten, dass die L70-Lebensdauer keine absolute Garantie darstellt, sondern ein Wert ist, der aus statistischen Analysen und beschleunigten Alterungstests (wie dem LM-80-Standard) abgeleitet wird. Die tatsächliche Lebensdauer wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, insbesondere von der Sperrschichttemperatur – eine Reduzierung der Temperatur um 10 °C kann die L70-Lebensdauer etwa verdoppeln. Daher können LED-Stadionbeleuchtungen mit optimiertem Wärmemanagement problemlos eine L70-Lebensdauer von 100.000 Stunden erreichen.
Es existieren auch andere Normen, wie beispielsweise L50 (Leistungsabfall auf 50 % der Anfangsleistung) und L90 (Leistungsabfall auf 90 %, ein strengerer Wert). Beim Kauf von Stadionbeleuchtungen sollten Prüfberichte nach LM-80 von unabhängigen Laboren angefordert und die auf Basis von TM-21 berechneten L70-Werte ermittelt werden, anstatt sich ausschließlich auf Angaben in Werbematerialien zu verlassen.